Wie in mehreren anderen europäischen Ländern sollen schwule und lesbische Paare in Zukunft die Möglichkeit haben, ihre Beziehung von Staates wegen anerkennen lassen. Sie dürfen aber im Gegensatz zu verheirateten Paaren weder Kinder adoptieren noch zu Verfahren der Fortpflanzungsmedizin greifen.
Neues Partnerschaftsgesetz kommt erst 2007
Nach dem Ja zum Partnerschaftsgesetz bat Bundespräsident Schmid homosexuelle Paare um etwas Geduld. Das Gesetz müsse nun zuerst noch auf Verordnungsstufe und in den Kantonen umgesetzt werden. Er rechne damit, dass das Gesetz erst auf Anfang 2007 in Kraft treten kann. Die Schweiz sei im übrigen das erste Land auf der Welt, in dem das Volk über die rechtliche Gleichbehandlung homosexueller Paare abstimmen konnte.
Resultat stand niemals in Frage
Die laufend eintreffenden Ergebnisse aus den Kantonen bestätigten schon früh die Voraussagen und zeigten einen klaren Ja-Trend. Das SRG-Hochrechnungszentrum rechnete kurz nach Beginn der Auszählung mit einer landesweiten Zustimmung zum neuen Gesetz in der Grössenordnung von etwa 60 Prozent.
Höchste Nein-Mehrheit in Appenzell-Innerrhoden
Abgelehnt wurde das neue Gesetz in Uri und Schwyz mit einer knappen Nein-Mehrheit von 50,3 Prozent bzw. 50,4 Prozent. Besonders stark waren dann die Nein-Stimmen mit 56 Prozent im Kanton Thurgau. Rekordhalter bei der Ablehnung wurde aber Appenzell-Innerrhoden mit 57,0 Prozent Nein-Stimmen. Den dritthöchsten Nein-Anteil meldete der Kanton Wallis mit 55,1 Prozent. Danach folgt das Tessin mit 53,2 Prozent Nein-Stimmen. Eher überraschend war das knappe Nein von 50,8 Prozent aus dem Kanton Jura.
Meist zwischen 50 und 60 Prozent Ja-Stimmen
Die Stimmbürger des Kantons Glarus befürworteten das Partnerschaftsgesetz mit knappen 51 Prozent. Klar Ja zum Partnerschaftsgesetz sagten dann aber die Luzerner mit über 57 Prozent. Die Obwaldner stimmten mit vergleichsweise knappen 50,5 Prozent zu. Schon etwas mehr Ja-Stimmen gab es mit 52,3 Prozent im Kanton Freiburg und mit 52,4 Prozent in Appenzell-Ausserrhoden. Nochmals leicht stärker stimmten die St.Galler dem Gesetz mit 53.8 Prozent zu. Nidwalden sagte mit 54,9 Prozent Ja. 55,2 Prozent Zustimmung zum Gesetz gab es in Graubünden. Nochmals mehr Ja-Stimmen erreichten die Befürworter im Kanton Neuenburg mit 57,2 Prozent.
Im Kanton Bern gab es 58,1 Prozent Ja-Stimmen, während der Aargau 59,1 Prozent meldete. Ebenso deutlich war das Resultat in den Kantonen Solothurn und Schaffhausen mit knapp 60 Prozent Ja-Stimmen, in der Waadt mit 60,5 Prozent und im Kanton Zug mit 62,7 Prozent Zustimmung. In der gleichen Grössenordnung bewegte sich auch der Ja-Anteil von 61,6 Prozent Ja-Stimmen im Kanton Genf.
Höchster Ja-Anteil in Basel-Stadt
In Basel-Stadt erzielten die Befürworter 68,5 Ja-Stimmen und damit den im ganzen Land höchsten Anteil von Ja-Stimmen zum Partnerschaftsgesetz. Nur unwesentlich kleiner war die Zustimmung im Nachbarkanton Basel-Land mit 65,8 Prozent Ja. An dritter Stelle folgt schliesslich der Kanton Zürich mit 64,2 Prozent Ja-Stimmen.
Gesamtschweizerisch erreicht der Ja-Stimmenanteil insgesamt 58,0 Prozent. Die landesweite Stimmbeteiligung beim Partnerschaftsgesetz lag bei an diesem Abstimmungswochenende vergleichsweise hohen 55 Prozent.
Abstimmungsergebnisse
http://www.admin.ch/ch/d/pore/va/20050605/det518.html Quelle: los.ch
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